Kundenportrait: Zu Besuch bei David – Ovenstädt

An der Weser entlang geht es in das beschauliche Petershagen im äußersten Nordosten Nordrhein-Westfalens, nördlich von Minden. Petershagen liegt beidseitig der Weser in der Norddeutschen Tiefebene. Merkliche Erhebungen sucht man in dieser Region vergeblich, denn die kleinen Ortschaften liegen auf einer Höhe zwischen 40 und 50 m über Null. Auch einige Naturschutzgebiete finden sich an der Weser.

Das 3.000 ha große EU-Vogelschutzgebiet „Weseraue“ bietet vielen Wat- und Wasservögeln ein Rast- und Überwinterungsgebiet. Zwischen den vielen bäuerlichen Häusern im Ortsteil Ovenstädt liegt auch der Hof der Familie David. Beim Befahren des Betriebsgeländes fällt dem Besucher sofort die große Biogasanlage ins Auge. Das Wohnhaus mit den gepflegten Gärten strahlt einen angenehmen Charme aus. Es ist Februar – die Sonne scheint auf das großzügige Gelände. Schon in der Einfahrt rollt uns ein Gülle-Ausbringer entgegen, der Fahrer grüßt freundlich bei der Abfahrt. Es ist Hochsaison. Denn das Unternehmen, das sich im Hauptgeschäft auf das Ausbringen und Handeln von Gärsubstrat spezialisiert hat, hat zu dieser Jahreszeit alle Hände voll zu tun. 

Geschichte

Familie David, das sind Mutter Andrea David und Vater Rüdiger David mit ihren Söhnen Niklas und Jan Hendrik, haben einen traditionellen landwirtschaftlichen Hintergrund. 1990 übernahm Landwirt Rüdiger David den Hof seines Vaters. Zu dieser Zeit bewirtschaftete die Familie ca. 80 ha Flächen und widmete sich hauptsächlich der Mastschweinehaltung, sowie der Aufzucht von Jungsauen. „Im Jahre 2002 stellten wir uns die Frage der zukünftigen Entwicklung des Betriebs. Irgendwie musste es ja weiter gehen und der Betrieb sollte sich entwickeln. So verschwand die Schweinehaltung und unsere Biogasanlage wurde gebaut – als Kofermentationsanlage.“, erzählt Andrea David. Diese Art der Anlage wird mit organischer Biomasse, Gülle und Reststoffen aus der Lebensmittel- und Futtermittelherstellung beschickt. Aber auch die Gülle aus landwirtschaftlichen Betrieben des Ortes wird eingesetzt. Seit 2009 ist die Biogasanlage auf  800 kW elektrisch genehmigt, installiert sind 760 kW. Die Jahresproduktion beträgt ca. 4.300.000 kWh Strom. Die entstehende Wärme wird durch Kraftwärmekopplung  zur Beheizung des Wohnhauses und für eine Holz- und Mais-Trocknungs-Anlage genutzt.

Sohn Niklas beendete 2011 seine Ausbildung zum Agrarbetriebswirt und stieg in das elterliche Unternehmen ein. Um die anfallenden Aufgaben weiterhin bewältigen zu können, kam auch der erste feste Mitarbeiter dazu – ein Meilenstein. Denn das überbetriebliche Fahren von Gülle und der Strohhandel erforderten mehr Men-Power. Es sollte der Anfang eines weiteren Geschäftszweigs sein …

Es ist mir extrem wichtig, dass alle zufrieden sind und wir offen über Probleme reden und gemeinsam Lösungen finden können. Und dazu gehören eben auch eine warme Mahlzeit und ein gut gefüllter Kühlschrank.« – Andrea David

Heute

Heute sind die Aufgaben im Unternehmen klar getrennt. Aus der konventionellen Landwirtschaft entwickelte sich eine Biogasanlage, später ein Lohnunternehmen. Während Rüdiger David sich weiterhin um die Biogasanlage und den Ackerbau kümmert, hat Sohn Niklas die Verantwortung für das Lohnunternehmen. Mittlerweile beschäftigt der Jungunternehmer 9 feste Mitarbeiter. Darunter hauptsächlich Fahrer, aber seit Mitte 2018 auch einen Disponenten im Büro, der ihn bei der Planung von Aufträgen unterstützt. Der Fuhrpark ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen und so kann David einen Gülleselbstfaher, drei Güllefässer, drei Quaderballenpressen, sieben Schlepper und fünf LKW’s sein Eigen nennen.

Auch heute liegt der Schwerpunkt bedingt durch die Biogasanlage im Ausbringen von Gärsubstrat und Gülle. Hinzugekommen sind das Streuen von Feststoffen, die Ernte von Stroh, Gras und Heu, sowie das Trocknen von Mais. „In Kooperation mit einem Lohnbetrieb auf der anderen Seite der Weser, können wir auch Grünfutterbergung, Maishäckseln und Mähdrusch anbieten. Der Betriebsleiter geht allmählich in Rente, zieht sich aus dem Unternehmen zurück und so können Dienstleistungen nach und nach durch uns übernommen werden“, erklärt Niklas David. So ist gewährleistet, dass ganzjährig ausreichend Arbeit vorhanden ist. Der 31-Jährige fühlt sich verantwortlich: „Während wir uns früher mit dem Saisongeschäft Gülle beschäftigt haben, können wir heute das ganze Jahr über Dienstleistungen anbieten und sichern unseren Mitarbeitern somit einen ganzjährigen Arbeitsplatz. Es gibt keine „Sauregurkenzeit“ mehr. Das ist uns sehr wichtig.

Während die Männer der Familie David ihren „Fachgebieten“ nachgehen, entsteht der Eindruck, dass Andrea David immer da zur Stelle ist, wo sie gerade gebraucht wird. Mit Leichtigkeit wirbelt sie durch das moderne Büro und unterstützt ihre Männer wo sie nur kann. Insbesondere für die Biogasanlage hat sie viel organisatorische Arbeit, nimmt alle Anfragen an, bearbeitet sie und begleitet den Prozess bis zur Erstellung der Rechnung. Für alle drei Firmenbereiche, für Landwirtschaft, Biomasseverwertung und das Lohnunternehmen übernimmt sie die Buchhaltung – bis zum fertigen Abschluss.  Andrea ist der Dreh- und Angelpunkt des Unternehmens: „Bis Ende 2015 habe ich jeden Mittag in unserer Küche für unsere Angestellten gekocht. Damals habe ich unseren Jungs gesagt, dass das nur noch so lange geht, wie wir alle gemeinsam an diesen Tisch passen.“ Schnell passten sie nicht mehr an den gemeinsamen Tisch der gemütlichen Küche im Wohnhaus. So wurde ein Mitarbeiterraum geschaffen – hell, modern eingerichtet und immer mit einem gefüllten Kühlschrank. Auf ihre warme Mahlzeit müssen die Mitarbeiter auch weiterhin nicht verzichten. Jeden Mittag wird warmes Essen geliefert, einmal die Woche gibt es eine gemeinsame Brotzeit.

Andrea David schätzt den lockeren Umgang mit ihren Mitarbeitern. „Ich fühle mich einfach verantwortlich für unsere Männer. Es ist mir extrem wichtig, dass alle zufrieden sind und wir offen über Probleme reden und gemeinsam Lösungen finden können. Und dazu gehören eben auch eine warme Mahlzeit und ein gut gefüllter Kühlschrank. Wenn die Mitarbeiter vom Feld kommen, sollen sie sich stärken.“ Der Mitarbeiterraum ist mittlerweile viel mehr geworden, als ein reiner Speiseraum. Hier verbringen die Mitarbeiter auch nach Feierabend viel Zeit – Freunde und Nachbarn kommen dazu. Man verbringt eben gerne Zeit bei Davids. Nicht zuletzt durch den täglichen Einsatz von Andrea David. „Sie ist die gute Seele des Betriebs“, weiß auch Sohn Niklas.

Bei uns wird jeder Arbeitstag konsequent vordisponiert. Jeder Mitarbeiter weiß zu jedem Zeitpunkt was er zu tun hat.« – Niklas David

Mehrwert

Insbesondere bei der Einführung einer neuen Software, konnte er sich immer auf seine Mutter verlassen und wusste, dass sie mitzieht. Bis zum Jahre 2015 waren die anfallenden Aufträge im Lohnunternehmen sehr übersichtlich. „Man kannte sich eben, wusste für wen man wo fährt. Vieles war in der Nachbarschaft.“, erläutert Niklas David und führt weiter aus: „Irgendwann kamen erfreulicherweise immer mehr Kunden dazu. Dadurch wusste aber auch leider nicht immer jeder Fahrer wohin er musste. Es wurde unübersichtlich.“ Bei einem befreundeten Betrieb sah der junge Lohnunternehmer dann erstmals eine interessante Software. Die steigende Nachfrage versuchte die Familie aber vorerst mit Tabellen zu bewältigen. „Ganz früher lief es klassisch mit Notizettel. Als dann immer mehr Aufträge dazu kamen, fingen wir an mit Excel zu arbeiten. Ich muss schon sagen: Das. waren keine Standard-Tabellen, sondern sehr ausgeklügelte, aufwändige Tabellen“, erinnert sich Andrea David.

Als sie dann aber anfingen, sich mit einer Betriebsführungssoftware zu beschäftigten und sich schließlich für AGRARMONITOR entschieden, sahen sie plötzlich, wie viel leichter es sein kann. Andrea David schätzt besonders die vereinfachte Lohnabrechnung und die Rechnungserstellung, übergreifend für alle drei Firmenbereiche: „Ich muss nicht mehr zwischen verschiedenen Programmen hin und her wechseln, alles ist übersichtlich in einem Programm. Wir haben keinen Papierkrieg mehr, keine doppelte Arbeit – alles greift ineinander.“  Für Niklas David stehen natürlich die Disposition und das Flottenmanagement im Vordergrund, die ihm durch die Software spielend einfach gemacht werden: „Bei uns wird jeder Arbeitstag konsequent vordisponiert. Jeder Mitarbeiter weiß zu jedem Zeitpunkt was er zu tun hat. Die Spurverfolgungsfunktion ist unschlagbar. AGRARMONITOR gibt uns sehr viel Sicherheit.“

Für beide ein wichtiges Thema: Fairness! „Mir gibt es ein gutes Gefühl, dass alles dokumentiert ist. Früher haben wir mit handschriftlichen Stundenzetteln gearbeitet. Heute loggen sich unsere Mitarbeiter morgens ein, und abends aus. So erhält jeder Mitarbeiter eine faire Lohnabrechnung von mir.“, resümiert Andrea David. Ihr Sohn stimmt ihr zu: „Auch die Fairness nach Außen hin ist für mich ein sehr wichtiges Thema. Anfahrt und Abfahrt werden genau dokumentiert. Seitdem gibt es deutlich weniger Diskussionen zu Rechnungen. Für unsere Kunden ist alles transparent.“  Diese Fairness scheint im ganzen Unternehmen gut anzukommen. So sei die Einführung von AGRARMONITOR damals durchweg positiv aufgenommen worden. Alle Mitarbeiter sind offen an das Thema heran gegangen. Insgesamt hat man den Eindruck, dass die Mitarbeiter sich mit dem Unternehmen stark identifizieren. Entgegen des aktuellen Mitarbeitermangels der Branche, kann Niklas David nicht klagen „Wir haben super Mitarbeiter und wenig Probleme neue zu finden. Über Mund-zu-Mund Propaganda haben wir immer fähiges Personal gefunden. Das ist natürlich auch der Verdienst meiner Mutter, die optimale Bedingungen für unsere Mitarbeiter geschaffen hat und sich täglich um das Wohl aller kümmert.“

Doch die Powerfrau ist bescheiden, steckt auch die Unternehmensziele eher klein und blickt entspannt in die Zukunft: „Irgendwann in den nächsten Jahren steht natürlich die Betriebsübergabe an. Aber mein oberstes Ziel ist es, einfach weiterhin gute Arbeit zu leisten Wir müssen nicht um jeden Preis wachsen.“  Andrea David lächelt, streicht ihrer Vizla-Hündin Jette über das Fell und schaut stolz zu ihrem Sohn Niklas …