Kundenportrait: Zu Besuch beim Schneider Agrar-Service in der Schweiz

Nachhaltigkeit statt Gewinnmaximierung

Auf dem Weg in den Süden passieren wir in Höhe Basel am Übergang der A5 auf die A2 die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz. Wir sind unterwegs nach Thunstetten, eine 3.000 Seelen Gemeinde im Kanton Bern. Die ländliche Region ist knapp 100km von den Schweizer Alpen entfernt und liegt über 500m über dem Meeresspiegel. Das Bild der kleinen Gemeinde wird bestimmt von großen, geschichtsträchtigen Bauernhäusern und bunten Blumenwiesen. Auf dem Weg zum Schneider Agrar-Service kommen wir an vielen landwirtschaftlichen Betrieben vorbei und man merkt schnell, dass dieser Ort stark geprägt ist durch die Arbeit mit und in der Natur.

Beim Betreten des Firmengeländes fällt neben dem beeindruckenden Fuhrpark, sofort das freundliche, einladende Büro ins Auge. Es ist modern verglast und mit einer großen, gelben Schlepperskizze beklebt. Auf diesen gelben Schlepper stoßen wir bei Markus Schneider an allen Ecken des Betriebs. Jedes Fahrzeug ist mit dem Logo des Schweizers beklebt und auf einigen Maschinen prangt in diesem Jahr zusätzlich zum „Schneider Thunstetten“ ein großer, weinroter Aufkleber: „50 Jahre“.

Geschichte

Ein bekanntes Gesicht der Branche: Markus Schneider, Inhaber des Schweizer Agrar-Service aus Thunstetten
Bereits 1968 hat die Familie von Markus Schneider, dem heutigen Inhaber des Betriebes, das Land rund um das Betriebsgelände gekauft und dort den Grundstein für den Schneider Agrar-Service gelegt. „Mein Großvater wollte immer Landwirt sein.“ berichtet Markus Schneider und schwelgt in Erinnerung. Angefangen hat die Familie damals mit Milchkühen. In dem ehemaligen Stall ist heute das Büro untergebracht. Danach ging es weiter mit Mastbullen. Der Vater von Markus Schneider machte ebenfalls eine Ausbildung zum Landwirt und unterstützte seine Eltern auf dem Betrieb. Es wurde Land gepachtet, um die Tiere mit den eigenen Produkten zu versorgen, denn neben dem großen Vieh gab es auch noch Kaninchen, Enten und sogar Schwäne. Jedoch reichte die Arbeit nicht aus für zwei Vollerwerbslandwirte und somit begannen sie auch Arbeiten wie Aussaat und Mähdrusch für andere anzubieten. Dadurch kamen dann die ersten fünf festangestellten Mitarbeiter dazu. „Am Anfang hat meine Mutter noch die Kleider von uns und unseren Mitarbeitern gewaschen und uns alle jeden Tag verköstigt.“, erinnert sich Markus Schneider an die Anfänge des Unternehmens.

Der charismatische Schweizer Lohnunternehmer ist seit seiner Kindheit begeistert von der Arbeit als Landwirt und hat vor seinem Dienst beim Militär eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker absolviert und darüber hinaus noch einen Abschluss an der Handelsschule gemacht – denn auch der betriebswirtschaftliche Teil liegt ihm sehr am Herzen. Zunächst hat er bei einem anderen Lohnunternehmen gearbeitet und ist dann 1994 auf den elterlichen Betrieb zurückgekehrt. Dort hat er zunächst acht Jahre als Angestellter gearbeitet bis er im Jahr 2002 den Betrieb von seinem Vater übernommen hat. „Die Übernahme war zwar von Anfang an geplant, jedoch am Ende trotzdem schwierig und herausfordernd.“ erzählt Markus Schneider.

Im Verlauf der Zeit kamen immer mehr Mitarbeiter dazu – aktuell besteht das Team aus 14 Festangestellten, Aushilfen gibt es hier nur selten. Doch nicht nur der Mitarbeiterstamm ist seither gewachsen, auch das Leistungsspektrum wurde kontinuierlich ausgebaut. Neben klassischen Dienstleistungen wie Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz- und Pflege, Erntetechnik, Bodenproben und kommunalen Dienstleistungen bietet das Unternehmen auch Beratung an. Die Dokumentation hat bis zum Jahr 2015 wie in vielen anderen landwirtschaftlichen Betrieben auf Zetteln stattgefunden. Mit Hilfe eines digitalen Kalenders wurde disponiert und auch im Pflanzenschutzbereich und der Arbeitszeiterfassung wurde bereits eine Software genutzt, jedoch war diese speziell auf einzelne Bereiche zugeschnitten und nicht im gesamten Dienstleistungsangebot zu verwenden. „Das war eigentlich der größte Nachteil an dem alten System und der ausschlaggebende Punkt für uns mit AGRARMONITOR zu arbeiten.“ berichtet Markus Schneider.

»Die Mitarbeiter können nicht immer nachvollziehen, warum welche Daten im Büro benötigt werden und warum sie daher unbedingt eingegeben werden müssen. Hier mussten wir zu Beginn erklären, wie wir später auf Grundlage der Eingaben abrechnen oder auswerten.« – Markus Schneider

Mehrwert

Von heute auf Morgen wurde die Software im Betrieb eingeführt und die vorherige Software verschwand aus dem Büro. Auch wenn es am Anfang nicht einfach war die Mitarbeiter von AGRARMONITOR zu überzeugen gab es für den Schweizer Lohnunternehmer kein Zurück mehr.
Die Mitarbeiter haben zunächst alles mit der alten Erfassung verglichen und nicht verstanden, was der Mehrwert von AGRARMONITOR ist. „Die Mitarbeiter können nicht immer nachvollziehen, warum welche Daten im Büro benötigt werden und warum sie daher unbedingt eingegeben werden müssen. Hier mussten wir zu Beginn erklären, wie wir später auf Grundlage der Eingaben abrechnen oder auswerten.“ Sowohl draußen als auch im Büro wurden die Prozesse optimiert und jetzt finden sich alle Informationen gesammelt in einem Programm wieder. Inzwischen verwaltet Schneider Agrar-Service nicht nur die Aufträge in AGRARMONITOR und schreibt Rechnungen über das Programm, sondern bildet auch die gesamte Lagerverwaltung und Lohnabrechnung darin ab. Die Weiterverarbeitung der Daten und Auswertung der gesammelten Informationen sowie die Pflege der Stammdaten ist sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance für das Unternehmen. Denn mit Hilfe der gesammelten Werte hat Markus Schneider immer einen Überblick über die Auslastung der Maschinen und Mitarbeiter, anstehende Termine für Wartungen und Reparaturen, Lagerbestände aber auch die laufenden Kosten und offenen Rechnungen. Deswegen stehen inzwischen auch alle Mitarbeiter – sowohl im Büro als auch auf dem Feld – der Software ausnahmslos positiv gegenüber.

Wertschöpfung #wirgeben8

Markus Schneider fokussiert nicht nur die Entwicklung des Unternehmens durch die Optimierung der einzelnen Prozesselemente der gesamten Wertschöpfungskette, er legt auch viel Wert auf die Außenwirkung seines Unternehmens und der gesamten landwirtschaftlichen Branche. Deswegen hat der Schweizer Lohnunternehmer zu seinem 50-jährigen Firmenjubiläum die Kampagne „#wirgeben8“ ins Leben gerufen. Die Acht stützt sich dabei zum einen auf die 8 verschiedenen Dienstleistungsangebote des Unternehmens und zum anderen auf die Achtsamkeit, die einer der wichtigsten Werte für den Unternehmer und seine Mitarbeiter ist. Dabei geht es um die Achtung der Mitarbeiter, der Umwelt aber auch der Menschen im Umfeld des Unternehmens, sowie die gegenseitige Rücksichtnahme auf der Straße und auf dem Acker. „Die landwirtschaftliche Branche wird immer wieder kritisch betrachtet und wir wollen einfach zeigen, dass wir die Natur achten und wertschätzen und die natürlichen Prozesse unterstützen, in dem wir uns penibel an die Regeln und Vorschriften halten, ganz besonders natürlich im Bereich Pflanzenschutz und Düngung.“, erklärt Schneider. Das Unternehmen möchte mit der Kampagne in der Gesellschaft für mehr Verständnis für die Abläufe in der Landwirtschaft werben und diese auch erklären. Dabei soll auch den Kleinsten schon aufgezeigt werden, wofür wir die Landwirtschaft brauchen.

»Wir werden weiterhin an unseren Werten festhalten und jede neue Entwicklung oder Technologie versuchen in unserem Unternehmen zu etablieren.« – Markus Schneider
Markus Schneider sieht die Veränderungen in der Branche teilweise kritisch und fragt sich, was in Zukunft noch erlaubt sein wird und wie die Landwirte und Lohnunternehmer in Zukunft arbeiten werden. Denn Restriktionen und Vorschriften der Regierung machen die Arbeit auf dem Feld nicht immer einfacher. Trotzdem blickt er optimistisch in die Zukunft:„Wir werden weiterhin an unseren Werten festhalten und versuchen jede neue Entwicklung oder Technologie zu nutzen und in unserem Unternehmen zu etablieren. Das hat in den letzten 50 Jahren gut geklappt und das wird es auch weiterhin.“, fasst Markus Schneider selbstbewusst zusammen. Die Chancen stehen gut, denn das florierende Lohnunternehmen setzt auf Nachhaltigkeit statt Gewinnmaximierung. Markus Schneider  trägt Verantwortung nicht nur für seine Mitarbeiter, sondern für eine ganze Branche. Nicht nur der Erfolg gibt ihm Recht, sondern vor allem sein zufriedenes Team aus Mitarbeitern, zudem auch seine zwei Kinder gehören. Die nächste Generation hilft tatkräftig im Unternehmen mit. Ob sie aber die nächsten 50 weiteren, erfolgreichen Jahre Schneider Agrar-Service fortführen, steht noch offen …