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Personalkosten und ihre Herausforderungen 

 

Preise richtig kalkulieren – mit belastbaren Daten

Der Mindestlohn steigt stetig und mit ihm die Kosten in Lohnunternehmen, die meist ohnehin über dem gesetzlichen Niveau zahlen. Höhere Löhne verteuern jede Arbeitsstunde und beeinflussen direkt Maschinenkosten und Dienstleistungspreise. Branchenexperte Fabian Tillmann erklärt, worauf Unternehmer achten sollten.

1. Doppelte Auswirkungen auf die Dienstleistungskosten 

In Lohnunternehmen sind Arbeitszeiten oft unregelmäßig. Wochenenden, frühe Einsätze und lange Tage gehören dazu. Viele Beschäftigte erwarten deshalb eine bessere Bezahlung, besonders im Vergleich zu Freunden in der Industrie mit geregelten Zeiten, mehr Urlaub und stabilem Einkommen. Doch Lohnerhöhungen wirken doppelt: Sie verteuern nicht nur die tatsächlich geleistete Arbeit, sondern auch alle bezahlten Abwesenheitszeiten wie Urlaub, Krankheit oder Weiterbildung. Jede Stunde im Betrieb wird damit teurer, auch ohne direkte Leistung. Zudem steigen durch höhere Löhne auch interne Werkstattstunden und somit die variablen Maschinenkosten. Die Folge: Der Gewinn sinkt gleich doppelt, durch höhere Personal- und Maschinenkosten. 

2. Wann ist eine Lohnerhöhung sinnvoll? 

Erhöhungen sollten gezielt erfolgen, nach Leistung, Verantwortung und Betriebszugehörigkeit. Der Verlust eines erfahrenen Fahrers oder ­Mechanikers kann teurer werden als eine Gehaltserhöhung, denn Einarbeitung und Personalsuche kosten Zeit und Geld. In Zeiten knapper Fachkräfte ist das Halten bewährter Mitarbeiter oft wirtschaftlicher.

Wichtig: Eine Lohnerhöhung betrifft nicht nur den Bruttolohn, sondern auch die Arbeitgeberabgaben. Faustregel: Zwei Euro mehr Brutto kosten den Betrieb rund vier Euro pro Stunde.

3. Höhere Löhne sind nicht die einzige Lösung 

Nicht immer ist mehr Geld die beste Lösung. Steuerfreie Zusatzleistungen wie Sachzuwendungen, Betriebsfahrzeuge oder Zuschüsse können Mitarbeiter motivieren, ohne die Lohnnebenkosten stark zu erhöhen. Ebenso wichtig sind nicht monetäre Faktoren:

• Ein gutes Betriebsklima und Teamgeist zählen oft mehr als der letzte Euro.

• Flexible Arbeitszeiten außerhalb der Saison ­fördern die Work Life Balance.

• Ein gut organisiertes Aushilfssystem entlastet in Spitzenzeiten.

Aushilfen ermöglichen es, saisonale Spitzen abzufangen und Personalkosten flexibel zu gestalten. Zwar fallen bei Überschreiten bestimmter Grenzen Sozialabgaben an, doch insgesamt sind sie günstiger als Festangestellte. Mit einem verlässlichen Aushilfenpool kann der Betrieb flexibel reagieren und wirtschaftlich arbeiten.

Fazit

Steigende Löhne müssen nicht automatisch zur Kostenfalle werden. Wer gezielt vergütet, motiviert und strukturiert plant, kann Fachkräfte binden, Kosten im Griff behalten und die Wettbewerbsfähigkeit sichern. 

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