
Kundenporträt: Zu Besuch bei der Agrarpartner Limberg KG
Gut digitalisiert, gut organisiert.

Die Unternehmensorganisation von mehreren Betrieben per Software umsetzen: Dies ist für die Agrarpartner Limberg KG bereits Realität. Sie haben uns ihre Betriebsstrukturen erklärt und wie AGRARMONITOR ihnen den Alltag leichter gestaltet.
Wir sind zu Besuch in der Nähe von Springe, auf dem Gut Bockerode. An dem Ort, wo seit 2006 regelmäßig die Potato Europe unter der Schirmherrschaft der DLG zu Gast ist. Friedrich Henkels und sein Sohn Georg empfangen uns.
Friedrich Henkels erklärt: „Die Agrarpartner Limberg KG organisiert mit vier Mitarbeitern vier landwirtschaftliche Betriebe mit insgesamt 650 ha reinem Ackerbau und einer Biogasanalage. Das Büro führe ich als Betriebsleiter, gemeinsam mit meiner Frau, die sich speziell um die Buchhaltung, die Zertifizierungen und die die Lohnabrechnungen kümmert. Neben Zuckerrüben, Weizen, Mais, Raps und Erbsen zur Saatgutvermehrung, bauen wir etwa 40 ha Kartoffeln an, und das seit 1978.“
Der Kartoffelanbau erfolgt für Agrarfrost und hierbei überwiegend für Produkte für McDonalds. Aus diesem Grunde werden auch nur Sorten ausgewählt, die für die Fastfoodkette in Betracht kommen: lang, hell, weißfleischig. Die Agrarpartner Limberg KG setzt überwiegend auf „Innovator“. Diese ist eine Kreuzung von Shepody mit RZ-84-2580 und gehört zu den mittelfrühen bis späten Sorten. Die Knollen haben eine langovale Form mit flachen Augen, perfekt für spätere Pommes Frites.
Kartoffelbau in Gemeinschaft
Organisiert ist der Kartoffelanbau in der Kartoffelerzeugergemeinschaft Calenberger Land mit rund 30 Betrieben auf etwa 700 ha. Das Pflanzgut wird von der Golden Geest zu Verfügung gestellt, das Pflanzen selbst erfolgt mit fünf Pflanzmaschinen innerhalb der Gemeinschaft. Den Pflanzenschutz führen auch Mitglieder der Erzeugergemeinschaft mit insgesamt fünf Feldspritzen durch, allerdings übernimmt die Planung Golden Geest, eine Firma für die Rohwarenbeschaffung und landwirtschaftliche Beratung, für Agrarfrost.
Einmal pro Woche bekommt die Erzeugergemeinschaft einen Spritzauftrag. Sobald der Anbauberater sein Go gibt, dürfen die Pflanzenschutzspritzen fahren, dies erfolgt innerhalb der Saison praktisch täglich. „Wir stehen in sehr engem Kontakt mit dem Anbauberater“, erklärt Georg Henkels. Er fährt eine der Spritzen: Lenkachse, eine 2,25 m Spur bei 75 cm Reihenweite, eine hohe Pumpleistung sowie Section Control sind für ihn dabei Pflicht.
Papierloses Büro dank Agrarsoftware

Aufgrund der Komplexität der Betriebsstrukturen – zum einen die KG, zum anderen die Arbeit in der Erzeugergemeinschaft – war für den Betriebsleiter Friedrich Henkels schnell klar, dass er in eine leistungsstarke Betriebsmanagementsoftware investieren muss. Im Jahr 2021 entschied er sich für AGRARMONITOR. Die Software bündelt Datenerfassung, Controlling, Disposition und Flottenmanagement für Ackerbaubetriebe, die Biogasanlage und das Lohnunternehmen und bietet diverse Schnittstellen zu gängigen Anbietern.
„Die Software ist im Vergleich zwar teurer, jedoch auch umfassender als die Konkurrenz und man muss am Ball bleiben und alles fleißig einpflegen, aber dadurch wird jeder Schritt exakt dokumentiert, abgerechnet und nichts geht verloren“, sagt er. Jede Rechnung und jeder Lieferschein werden digitalisiert, Papier habe er dadurch fast gar nicht mehr im Büro. Mit nur einem Klick kann eine Rechnung gestellt und direkt per Mail an den Kunden versendet werden. Eine Schnittstelle zur Buchhaltung ist vorhanden und die Büroarbeit damit theoretisch so gut wie erledigt.

„Die Software ist im Vergleich zwar teurer, jedoch auch umfassender als die Konkurrenz und man muss am Ball bleiben und alles fleißig einpflegen, aber dadurch wird jeder Schritt exakt dokumentiert, abgerechnet und nichts geht verloren.“
Friedrich Henkels
Alles im Blick mit digitaler Belegerfassung
Die Erfassung von Eingangsrechnungen ist nicht nur essenziell für die Buchhaltung, sondern auch für die Warenbestände im Lager. So hat der Betriebsleiter auch immer einen Überblick über den Zukauf der Pflanzenschutzmittel sowie den Verkauf seiner Waren sowie deren jeweiligen Bestände.
Georg Henkels ergänzt: „Wir beziehen die Pflanzenschutzmittel für die Kartoffeln von der Golden Geest. Dank der Digitalisierung wissen wir somit immer genau, welche Mittel zu Golden Geest gehören und welche zu unserem eigenen Lager. Die verbrauchten Mittel können wir dann exakt verrechnen, das machen wir für rund 120 ha der Erzeugergemeinschaft.“ Dank der digitalen Belegerfassung bleiben die aktuellen Bestände immer im Blick.

Exakte Flächenplanung mit AGRARMONITOR
Für die Planung des Spritzmitteleinsatzes der Betriebe nutzt Familie Henkels gerne die Funktion „Polygon per Klick“. Diese gibt aufgrund der Antragsdaten, die in AGRARMONITOR importiert werden können, die Feldgrenzen der Schläge samt Größe vor, indem man mit der Maus am PC über die Fläche fährt. „Damit können wir die Menge der Spritzmittel viel genauer berechnen“, sagt Georg Henkels.
Die Schlaggrenzen sind auch mobil sichtbar und der Fahrer kann sich ganz einfach zu den Schlägen navigieren lassen. Die Aufwands- und Ertragsmengen werden den Flächen automatisch zugeordnet. Dadurch können die Kosten hektargenau aufgeteilt und Artikel sowie Leistungen schlagspezifisch abgerechnet werden.
Die Auftragserfassung ist in Echtzeit möglich. Mit nur wenigen Klicks werden alle relevanten Informationen digitalisiert. Die genaue Dokumentation habe laut Friedrich Henkels den Vorteil, dass bei möglichen Beschwerden genau nachvollzogen werden kann, wer wann mit welcher Maschine an welchem Ort war.

„Dank der Digitalisierung wissen wir […] immer genau, welche Mittel zu Golden Geest gehören und welche zu unserem eigenen Lager. Die verbrauchten Mittel können wir dann exakt verrechnen.“
Georg Henkels
Schnittstellen unterstützen Betriebsalltag
Die Anbindung an andere Systeme ist dank zahlreicher Schnittstellen kein Problem. So nutzte die Agrarpartner Limberg KG bislang eine Schnittstelle zu 365farmnet, um eine externe Ackerschlagkartei nahtlos in die Managementsoftware einzugliedern. So ist z.B. auch die teilflächenspezifische Ausbringung von Dünger möglich. „Dadurch können wir den Dünger deutlich effizienter einsetzen“, sagt Georg Henkels. Hier würden sich die beiden auf Dauer eine bessere interne Lösung ohne Schnittstelle wünschen.
Die Ackerschlagdaten werden in das System integriert und die Maßnahmen mit Hilfe der Aufträge schlagspezifisch dokumentiert. Dadurch kann die Düngebedarfsermittlung mit nur wenigen Klicks erstellt werden. Die Düngerstreuer des Unternehmens werden mittels einer Waagenanbindung sehr genau in AGRARMONITOR eingewogen und direkt ins System der Agrarpartner Limberg KG übertragen. Dadurch werden die Düngermengen (in kg) genau den Schlägen zugeordnet und dokumentiert.
Attraktives Konzept ohne Lagerrisiko
Neben dem Düngen, der Bodenbearbeitung, dem Legen der Kartoffeln sowie dem Pflanzenschutz übernimmt die Erzeugergemeinschaft auch das Roden sowie den Transport zu der Lagerhalle „Der Überladeroder befördert die Kartoffeln direkt auf die Mulde, das Sortieren erfolgt dann im Verarbeitungswerk“, sagt Friedrich Henkels.
Da er kein Lagerrisiko habe, seien die Kartoffeln für ihn besonders attraktiv. Insgesamt habe die Feldfrucht das größte Anbaurisiko für ihn, denn eine Beregnung sei an seinen Standorten nicht möglich, erklärt er. Üblicherweise sei diese aber auch nicht nötig bei etwa 750 mm Niederschlägen und rund 80 Bodenpunkten.
Jährliches Audit mithilfe von AGRARMONITOR

Um eine langfristige Planungssicherheit zu erhalten, schließt die Erzeugergemeinschaft Calenberger Land in der Regel Flächenverträge über zwei Jahre mit Agrarfrost ab. Verpflichtend ist, dass alle Landwirte zertifiziert sind, das Audit findet jedes Jahr statt. „Auch hier hilft uns AGRARMONITOR, um einen guten Überblick über unseren Betrieb zu behalten und die Qualitätsstandards aufrecht zu erhalten. So können wir bei Bedarf sofort sämtliche Daten abrufen, die für das Audit gefordert werden“, erklärt Friedrich Henkels.
Am Ende einer jeden Saison stellen die Landwirte ihre Leistungen bei der Erzeugergemeinschaft in Rechnung, da alle angefallenen Kosten auf alle Landwirte umgeschlagen werden. „Wer hier seine Arbeitsstunden und Belege gut dokumentiert hat, ist klar im Vorteil“, sagt der Betriebsleiter.
Ausblick: Steigende Preise, weniger Wirkstoffe
In die Zukunft blickend bereitet den Landwirten insbesondere der Pflanzenschutz Sorgen. Der Wegfall von Fungiziden sowie die sinkenden Neuzulassungen von Wirkstoffen seien große Herausforderungen. „Wir kommen an unsere Grenzen, die Bestände dauerhaft gesund zu erhalten“, sagt Georg Henkels.
Dazu kommen die steigenden Preise für neue Technik und Ersatzteile sowie deren Reparaturen. Aufgrund der komplexen Elektronik müssen viele Werkstattarbeiten ausgelagert werden. „Wir brauchen hohe Auslastungen der Maschinen, um den Erhalt rechtfertigen zu können. Zum Glück haben wir mithilfe der Digitalisierung die Möglichkeit, diese für jede einzelne Maschine inkl. Werkstattzeiten auszuwerten“, erklärt Friedrich Henkels.
Aber nicht nur die Nach- sondern auch die Vorkalkulation ist wichtig. So empfiehlt es sich, die Kosten der Maschinen, Mitarbeiter sowie die Leistungen zu kalkulieren und den tagesaktuellen Umsatz einzusehen.
Fazit: Ohne Softwarelösung geht es für Friedrich Henkels nicht mehr, da ihm AGRARMONITOR einen umfassenden Überblick über seine zu verwaltenden Betriebe gibt.
Wir bedanken uns bei der Agrarpartner Limberg KG für die tollen Einblicke in das Unternehmen sowie für das entgegengebrachte Vertrauen.